Brauchen wir in unserer Branche auch ein „Lieferkettengesetz“?

von Ralf Vüllings (Kommentare: 0)

Man kommt inzwischen aus dem Staunen nicht mehr heraus oder besser man ballt inzwischen (nur noch) die Faust in der Hosentasche! Stellt sich nur noch die Frage, wie lange das gut gehen kann.

Der Hintergrund ist schnell erzählt:  1.200 € brutto im Monat ist der Lohn den osteuropäischen Spediteuren (zumindest offiziell werden sie so bezeichnet) ihrem in ganz Europa eingesetzten Fahrpersonal zahlen. Das Ganze wird von der angeblich so sozialen EU legitimiert mit ihrer elenden Kabotage-Regelung die mir vor kurzem in einem fachlichen Gespräch ein gebildeter Gesprächspartner als „Sabotage – Regelung“ titulierte.

Wer in Deutschland mit 1.200 € brutto arbeiten soll, ist der Armutsrentner der Zukunft! Er ist der Sozialfall der Gegenwart!

Diese Regelung ist die Faust im Gesicht eines jeden redlich arbeitenden LKW- oder Busfahrer in den Ländern der EU, in denen der Durchschnittslohn höher angesiedelt ist. Diese Regelung untergräbt die Akzeptanz der betroffenen in diese EU fundamental.   

Wer sich dann noch das geradezu lächerliche Kontrollsystem in Deutschland vor Augen hält, muss schon fast Vorsatz zur Gefährdung oder Vernichtung hiesiger Unternehmen und der dort angesiedelten Arbeitsplätzen in Betracht ziehe. Wir fordern eine Neuregelung: eine Einfahrt in ein Nachbarland und eine Rückkehr in das eigene Land zurück! Keine „gummibereifte Sklavenhaltung“ über Wochen und Monate hinweg durch dieses skandalöse Regelungssystem. Keine Abwanderung von Steuern und Sozialabgaben mehr in diese Niedriglohnsektor-Länder!

Als Beispiel: Eine polnische Spedition mit polnischen Fahrzeugen, litauischen Fahrern (oder auch von den Philippinen) hier tätig, wohin gehen die Steuern?

Es braucht sich doch niemand mehr glaubhaft vor ein Mikrofon oder eine Kamera zu stellen und Steueroasen wie die Niederlande oder gar Luxemburg kritisieren, wenn er hier die Augen verschließt!

Wir sagen als Fachgewerkschaft, dass wir dazu nicht mehr schweigen werden! Wer schweigt und sich nicht wehrt, hat schon jetzt verloren. Wir haben in absehbarer Zeit Bundestagswahlen, wo immer ihr Eure Kandidaten antreffen solltet, sprecht sie als Berufskraftfahrer zu dem Thema an. Schreibt ihnen Mails und sensibilisiert sie zu diesem ungerechten Regelungssystem der Europäischen Union!

Wählt die KFG zu Eurem verlässlichen Interessenvertreter und werdet hier aktives Mitglied!

Zurück