Also aufpassen, wenn man Krank geschrieben ist!

von Reinhard Aßmann (Kommentare: 0)

Nehmen wir einmal an wir sind Krankheitsbedingt nicht Arbeitsfähig und unser Hobby sind Reisetauben. Nun kommt unser Verein und fragt in unserer „Krank –Zeit „ob wir vor dem Rennen bei der Verladung unserer und der anderen Tauben auf den LKW helfen würden. Dürfen wir das denn überhaupt?

Ganz ähnlich erging es einem Arbeitnehmer der währen seiner Krank – Zeit einem bekannten half, indem er ihm beim Beladen seines Fahrzeugs mit Pizza behilflich gewesen war. Der Arbeitgeber brachte das in Erfahrung und sprach die Kündigung aus. Der Arbeitnehmer war Lagerist von Beruf!

Dem Landgericht in Köln wurde dieser Fall zur Entscheidung vorgelegt. Fakt war,dass der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber die Kündigung erhalten hatte, weil er während seiner zweiwöchigen Arbeitsunfähigkeit dabei beobachtet worden war, wie er Pizzakartons in einen Lieferwagen packte.

Der Arbeitgeber begründete seine Entscheidung damit, dass der Lagerist einer nicht genehmigten Nebentätigkeit nachgegangen ist und vermutete, dass die Krankmeldung nur vorgetäuscht sein konnte. Der Lagerist wiederum wehrte sich,gegen die Kündigung mit dem Argument, dass er nur für kurze Zeit einem Freund geholfen habe.

Das angerufene Landgericht Köln kam zu der Entscheidung das die ausgesprocheneKündigung vom Arbeitgeber unwirksam ist. Es begründete seine Entscheidungdamit, dass er die Beweiskraft der AU – Bescheinigung nicht erschüttern konnte .Auch sah das Landgericht keine die Behauptung, der Beschäftigte sei einerNebentätigkeit nachgegangen nicht als bewiesen und überzeugend an.

Quelle: Landgericht Köln, Urteil vom 10.12.2020

Az. 8 Sa 491 / 20

Mit kollegialen Grüßen eure Fachgewerkschaft

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